Ich muss dir etwas gestehen: Ich bin ein großer Freund von Plänen. Wenn ich in den Urlaub fahre, könnte ich wahrscheinlich schon Wochen vorher eine Liste erstellen: Was kann man am Urlaubsort alles machen? Was nehme ich mit? Welche Route fahren wir? Wo gibt es unterwegs die besten Restaurants? Und natürlich: Was machen wir, wenn es regnet?
Manche Menschen planen ihren Urlaub so detailliert, dass selbst der spontane Ausflug am dritten Tag bereits im Kalender steht. „Wir lassen uns einfach treiben“ – steht dann im Kalender bei 7.15 Uhr.
Aber seien wir ehrlich: Wir lachen darüber, weil wir uns selbst darin erkennen. Wir möchten unser Leben gerne im Griff haben. Arbeit, Familie, Finanzen, Gesundheit, Zukunft. Am liebsten hätten wir für alles einen Plan, eine Versicherung und einen Notfallplan für den Notfallplan.
Doch dann kommt das Leben. Eine Nachricht, mit der wir nicht gerechnet haben. Eine Diagnose. Eine Rechnung. Eine Kündigung. Ein Mensch, der uns enttäuscht. Und plötzlich merken wir: Wir können vieles planen, aber längst nicht alles kontrollieren.
Sprüche 3,5–6 sagt: „Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlasse dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Denke bei allem, was du tust, an ihn, und er wird dir den richtigen Weg zeigen.“
Das bedeutet nicht, dass du deinen Verstand ausschalten sollst. Gott schenkt uns Verantwortung, Weisheit und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Aber er lädt uns ein, nicht so zu leben, als hinge alles allein von uns ab.
Vertrauen beginnt dort, wo Kontrolle aufhört.
Jesus spricht in Matthäus 6,25–27: „Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer tägliches Leben – darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Ist das Leben nicht mehr als Essen und der Körper mehr als Kleidung? Seht die Vögel! Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte sammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie. Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern?“
Jesus sagt nicht, dass unsere Probleme unwichtig sind. Er sagt: Deine Sorgen sind nicht größer als Gottes Fürsorge.
Vielleicht versuchst du gerade, etwas festzuhalten, das du längst nicht mehr in der Hand hast. Die Zukunft deiner Kinder. Die Meinung anderer Menschen. Deine berufliche Situation. Eine Beziehung. Psalm 37,5 ermutigt uns: „Überlass dem Herrn die Führung deines Lebens und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen.“
Überlassen bedeutet nicht aufgeben. Es bedeutet, Gott einzubeziehen, statt alles allein tragen zu wollen. Du bist verantwortlich für deine Entscheidungen – aber nicht dafür, die gesamte Welt zu kontrollieren. Vielleicht ist heute genau das dein Schritt des Glaubens: Du tust, was du tun kannst. Und dann legst du das, was du nicht tun kannst, in Gottes Hände.
Deine Herausforderung für heute: Schreib heute eine Sorge auf, die dich beschäftigt. Teile ein Blatt in zwei Spalten: Was liegt in meiner Verantwortung? Was muss ich Gott überlassen? Tu anschließend einen konkreten Schritt in der ersten Spalte – und bete bewusst für die zweite. Du musst nicht alles im Griff haben. Du darfst dich halten lassen.
Sei gesegnet!
„Man kann sein Leben nicht verlängern, aber man kann es vertiefen.“ — Frank Thiess


